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27.02.02 Mittwoch: Rostahytta - Setermoen Bei relativ guten Bedingungen (bewölkter Himmel, leichter Schneefall und Rückenwind) verliessen wir nun auch Rostahytta, vielleicht sogar der letzte Hüttenaufenthalt. Langsam bahnten wir unseren Weg durchs Tal Richtung Tverelvmo. Anfangs mit ein paar Schwierigkeiten am zum Teil offenen Fluss, doch später recht gut durch verschneite Birkenwälder. Nach 5 km überquerten wir den Fluss über eine kleine Hängebrücke und konnten nun einem Weg folgen und kamen dadurch sehr schnell voran. Kurz vor Tverelvmo trafen wir eine Norwegerin mit Kind, die einen kleinen Ausflug mit Skiern machten. Ausserdem trafen wir 2 Sami, die mit Schneescootern nach Luchsen Ausschau hielten. Als wir sie später nochmal trafen erzählten sie uns, dass sie an diesem Tag viele (8?) Luchsspuren entdeckt hatten und am Vortag 3 Luchse gesehen hatten. Sehr schnell erreichten wir die ersten Behausungen von Tverelvmo. Unterwegs sahen wir Schneehühner und Hasenspuren. Wir liefen einfach der Strasse in Tverelvmo entlang, um vielleicht irgendwann mal so etwas wie ein 'Zentrum' bzw. Gemeindehaus zu erreichen. Plötzlich tauchte die Norwegerin mit dem Kind im Auto hinter uns auf und wollte uns gerne mitnehmen. Mit unserem Gepäck hatte sie sich jedoch etwas verschätzt, aber irgendwie stopften wir alles schnell hinein, bevor sie es sich anders überlegt hätte. Die Hinterachse verlor jeglichen Spielraum und somit reagierte das Auto ziemlich sensibel auf Bodenwellen, die Achse hielt jedoch! Schnell legten wir ungewohnte Distanzen zurück. Das Kind wurde bei den Großeltern abgeliefert und Jane fuhr uns weiter und weiter. Zu Hause holte sie kurz noch etwas Geld ab und weiter gings zum Flughafen in Andselv, wo sie sich für uns wegen Busverbindungen nach Inset erkundigte. Schon am nächsten Tag konnten wir Inset erreichen. Am Abend konnten wir aber erst mal bis nach Setermoen weiterfahren. Davor gingen wir mit Jane eine Pizza essen und wir unterhielten uns sehr nett. Danach fuhr sie uns bis zur Bushaltestelle (unterwegs konnten wir bei einem Stopp eine Elchkuh mit ihrem Jungen beobachten), wo wir uns herzlichst von Jane verabschiedeten. Mit dem Bus gings nun nach Setermoen, wo wir in einem gemütlichen Hotel übernachteten. Von hier aus riefen wir noch mit Hilfe der Hotelbesitzerin den Busfahrer an, der uns am darauffolgenden Tag nach Inset fahren sollte (er fuhr den Schulbus). Die Besitzerin vereinbarte mit ihm, dass er direkt für uns vor dem Hotel hält. Matthias ging noch schnell ein Sixpack kaufen, 10 EUR! Duschen kann so geil sein! Wir tranken unser Hanser-Bier, assen Schokolade und schauten norwegisches Fernsehen, bevor wir in dem gemütlichen Hotelzimmer einschliefen. |
28.02.02 Donnerstag: Setermoen - Innset Nach ausgiebigen Schlaf erwachten wir in unserem Zimmer, das nach feuchten alten Socken müffelte. Nach einem hervorragendem Frühstück mit Toasts, Marmelade, kalter Milch, Kaffee, Tee, Kaviar, ... brachen wir zu einer 'Stadtbesichtigung' von Setermoen auf. Durch Zufall erfuhren wir den genauen Umrechnungskurs von NOK zu EUR: unser Sixpack kostete 20 EUR (!!) - aaahhh. Nachdem wir die 'Stadt' in alle 4 Himmelsrichtungen erforscht hatten, kehrten wir zum Hotel zurück, um unsere Sachen für den Schulbus zu packen, der uns nach Innset mitnehmen sollte. Beim bezahlen verabschiedeten wir uns von der äusserst netten Hotelbesitzerin und versprachen beim nächsten mal wieder vorbeizuschauen. Draussen wartend wunken wir den Schulbus an den Strassenrand - los gings. Auf dem Weg wurden viele Schulkinder aufgelesen und später immer mal wieder bei verschiedenen Behausungen am 'Stadtrand' abgesetzt. Irgendwie sassen wir dann alleine im Bus und genossen die Fahrt entlang einer tiefen Schlucht nach Innset. Unterwegs sahen wir einige Elche. Direkt vor der Huskyfarm entluden wir unser Gepäck und nach ein paar Schritten standen wir vor Klauer`s Haus. Björn's neue Freundin Regina war durch die 9 in unsere Richtung starrenden Huskies schon auf Besuch gefasst gewesen und begrüsste uns an der Tür. Im luxeriösen Gästehaus kamen wir unter. Später schauten wir Regina bei der Fütterung der Hunde über die Schulter. Die Möglichkeit in der Sauna zu entspannen wurde von uns auch vor dem Essen genutzt. Während des Abendessens entschieden wir uns sofort am nächsten Tag zur Lappjordhytta aufzubrechen (25 km - die längste Etappe überhaupt), anstatt auf der Huskyfarm zu bleiben. Dafür gingen wir früh ins Bett und wollten auch früh aufstehen. Regina wollte uns morgen mit dem Auto bis zum Staudamm fahren, wenn wir ihr mit dem Hänger helfen würden. Um 8 Uhr sollte es losgehen. Da die anstehende Strecke so lang war und wir mit den kürzeren zum Teil schon bedient waren, planten wir nach ca. 17 km ein Zeltbiwak ein. |
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01.03.02 Freitag: Innset - Lappjordhytta (25 km - 8 h) Wir quälten uns 6:30 Uhr aus den Säcken. Regina kam kurz bei uns im Gästehaus vorbei und teilte uns mit, dass sie erst den Hof und die Zufahrtswege fräsen muss (nächtlicher Neuschnee 10-20 cm) und das wir deswegen erst eine Stunde später wegkämen. Obwohl sich dadurch unser Zeitplan noch etwas ungünstiger verschob, hatten wir mehr Zeit zum frühstücken und Sachen packen. Gegen 9:00 Uhr gings los zum Hänger und weiter zum Staudamm, wodurch wir rund 3 km und knapp 200 Höhenmeter einsparten. Trotzdem warteten laut GPS noch 23,5 km auf uns (vielleicht auch 28 km) und der gefallene Neuschnee machte die Sache nicht einfacher. Den ersten Anstieg durch den Neuschnee spurte ich. Auf der Hochebene, neben dem Fluss, waren die Bedingungen weit aus besser und wir kamen schnell voran. Nach etwa 13 km stoppten wir vor einer ziemlich bedrohlich wirkenden und aussehenden Schlechtwetterfront und assen und tranken uns 'Mut' an. In der Schlechtwetterzone herrschte leichter Schneesturm und schlechte Sicht (jedoch keine Nullsicht). Trotzdem kamen wir immer noch gut voran, denn nach 18,5 km erreichten wir genau nach Zeitplan und trotz verspätetem Start einen mit GPS ausgemachten Wegpunkt im Gebirge. Nochmals Trink- und Essenspause. Wir entschieden noch die restlichen 6-7 km durchzugehen. Es folgte ein langgezogener Anstieg. Danach nahmen wir mit GPS eine Abkürzung und steuerten die Hütte direkt an. Bald konnten wir die Hütten von oben aus sehen. Die Abfahrt zu den Hütten war nochmals kräftezerend, da am Hang 1-1 1/2 m Neuschnee lag. Unglaublicherweise erreichten wir nach 7 1/2 Stunden die Hütte! Nach dem Essen fielen wir erschöpft in die Betten. Durch das Erreichen der Hütte noch am selben Tag, hatten wir nochmals einen schönen Ruhetag vor uns, bevor es nach Bjorkliden gehen sollte. |
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